Was passiert eigentlich, wenn Gelenke justiert werden?

von Julia Busse | Posted On5. Juli 2019

Die Frage, wie und warum das Lösen einer Gelenkblockade wirkt, ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Schon 2016 hat allerdings die Neuseeländische Chiropraktorin Heidi Haavik nachgewiesen, dass das mechanische Justieren der Wirbelsäule einen Einfluss auf die Nervensignale zum Gehirn hat.

Um dies zu verstehen, muss man sich zunächst einmal die Funktion der Wirbelsäule anschauen. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln und dem Kreuz- und Steißbein, die über die Bandscheiben und je zwei Facettengelenke miteinander verbunden sind.

Zwischen diesen Wirbeln sollte es ein Gelenkspiel, ähnlich wie bei einer nur lose angezogenen Schraube geben. Bei zu starker oder einseitiger Belastung kann es zu Fehlhaltungen kommen, die dieses Gelenkspiel zwischen einzelnen Gelenken einschränken. Diese Situation bezeichnet man als Gelenkblockaden.

Dieses mechanische Gebilde hat einen großen Einfluss auf unser Nervensystem. Die Wirbelsäule umschließt und schützt unser Rückenmark, das alle Nervensignale vom und zum Gehirn weiterleitet, sowie die Nervenwurzeln, die das Rückenmark mit dem Rest des Körpers verbinden und unter anderem für Reflexe zuständig sind.

Neben Nerven, die Signale zur Bewegung an die Muskeln senden und Nerven, die sensorische Eindrücke der Haut zum Gehirn senden, gibt es auch Propriorezeptoren. Dieses komplizierte Wort beschreibt eine Gruppe von Nerven, die über Rezeptoren in der Haut, den Muskeln und den Gelenken dem Gehirn die Position des eigenen Körpers zeigen.

Bei Gelenkblockaden ist die Funktion dieser Propriorezeptoren gestört, so dass das Gehirn keine klaren Informationen über die eigene Position aus diesem Bereich mehr bekommt. Das führt zu einer Schonhaltung, in der die Muskulatur angespannt wird, um diesen Bereich zu stützen. Verbleibt der Körper über einen längeren Zeitraum in dieser Position, bilden sich Überlastungserscheinungen, die letztendlich häufig Entzündungen und Schmerzen verursachen.

Diesen Effekt kann man durch die mechanische Justierung umkehren, weil dadurch wieder korrekte propriorezeptorische Signale ans Gehirn gesendet werden. Je länger der Körper jedoch gestörte Signale empfangen hat, desto angepasster ist er an diese falsche Position, weshalb häufig mehr als eine Justierung notwendig ist, um die Beschwerden wieder zu beheben.

Kategorien: Allgemein

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