Rückenschmerzen

von Julia Busse | Posted On31. Juli 2019

Hexenschuss, Lumbago, Ischias, Bandscheibenvorfall…häufig ist es schwierig, wenn der untere Rücken schmerzt, eine eindeutige Diagnose zu erstellen. Nur etwa 20% der Betroffenen kennt die Ursache ihrer Beschwerden. Dabei ist eine effektive Behandlung und eine korrekte Prognose deutlich einfacher, wenn man die Ursache der Schmerzen kennt.

Prinzipiell gibt es sechs Strukturen in der Lendenwirbelsäule, die Schmerzen verursachen können:

  1. Facettengelenke/Iliosakralgelenke mechanisch: hierbei hat man meist lokale Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die nicht ausstrahlen. Sie werden bei Belastung und gegen Ende des Tages schlimmer. Sie haben meist eine mechanische Ursache.
  2. Facettengelenke/Iliosakralgenke entzündlich: Ursache hierfür sind häufig entzündliche Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder Rheumatische Arthritis. Diese Beschwerden treten eher nach Ruhe und morgens auf und verursachen morgens Steifigkeit für länger als 30 Minuten. Auch diese Schmerzen bleiben auf die Lendenwirbelsäule beschränkt.
  3. Muskulatur-/Sehnen-/Bänderreizung: diese Beschwerden treten häufig zusammen mit mechanischen Facettengelenksschmerzen auf und äußern sich als diffuse großflächige Lendenschmerzen. Auch diese Schmerzen sind belastungsabhängig und mechanisch verursacht.
  4. Bandscheibenreizung: Eine Bandscheibe hat einen gelartigen Kern, der von festen ringförmigen Fasern umschlossen wird. Bei beginnendem Bandscheibenverschleiß reißen diese ringförmigen Fasern ein und können sich entzünden. Dies kann zu Ruheschmerz und Steifigkeit mit einer mechanischen Ursache führen.

5. Instabilität und Fehlstellungen: Gleitwirbel und Skoliosen können zu dauerhaft einseitiger Belastung und fehlgerichteten Gelenkbewegungen führen, die sich dann als mechanische Gelenksschmerzen (siehe oben) und/oder Nerven- und Muskelreizungen äußern können.

6. Nervenreizung: die von der Wirbelsäule ausgehenden Nerven können durch mechanische Belastungen (Gleitwirbel, Knochensporne, Bandscheibenvorfälle, Fehlhaltungen) gereizt werden. Typisch hierfür sind dann Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, die der Nervenbahn folgend, meist ins Bein ausstrahlen. Diese Schmerzen treten häufig sowohl in und nach Ruhe, als auch bei starker Belastung auf.

Außerdem ist es möglich, dass die Bauchorgane Schmerzen in den unteren Rücken ausstrahlen. Hierbei sind die Symptome ursächlich und zeitlich häufig eher mit der Organfunktion (wie Galle, Darm, Prostata) verbunden und es treten organspezifische Begleitsymptome auf.

Man sieht, dass sich die meisten Rückenschmerzen schon allein durch die Anamnese (Krankengeschichte) einordnen lassen.

Im Gegensatz dazu zeigen Studien, dass bildgebende Verfahren in vielen Fällen lediglich hohe Kosten, unnötige Behandlungen und Operationen und ein erhöhtes Angstverhalten der Patienten verursachen. Röntgen und MRT Bilder sind erst dann hilfreich, wenn es Hinweise auf ausstrahlende Schmerzen aus dem Bauchraum, starke und/oder fortschreitende neurologische Ausfälle, Fieber, starke Traumata, schwere Begleiterkrankungen, wie Krebs oder starke, plötzliche Rückenschmerzen, vor allem bei begleitender Osteoporose, Krebs oder Kortisonnutzung gibt.

In diesen Fällen wird Ihr Chiropraktor Sie zu Ihrem Arzt schicken, um die möglichen Ursachen abzuklären. Sollte es sich allerdings um mechanische Gelenks-, Muskel- oder Nervenreizungen handeln, kann Chiropraktik in vielen Fällen helfen.

Kategorien: Allgemein

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